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Presse 2006

Der Gäubote, 29. November 2006

Junge Sängerschar auf hohem Niveau

Konzert in Affstätts Kirche

Von hohem künstlerischen Niveau zeugte der Auftritt des jungen Vokal- und Instrumentalensembles "Cantart" in der evangelischen Kirche in Affstätt.

Ausschließlich geistliche Stücke machen das Repertoire der jungen Künstlergruppe aus, die sich im Jahr 2002 zusammengefunden hatte. Was sie auszeichnet und gegenüber vielen anderen Ensembles hervorhebt, ist nicht nur das hohe Niveau ihrer Darbietungen, sondern gerade im Hinblick darauf auch das Alter der Mitglieder. "Unser Durchschnittsalter ist 23 Jahre", verriet Karl Bihlmaier, einer der Sänger. Die Mitwirkenden sind oder waren alle Schüler der evangelischen Seminare Maulbronn und Blaubeuren und sind heute zum Teil Studenten. Zudem singen beinahe alle Mitglieder im Maulbronner Kammerchor. In knapp zwei Stunden zeigten sie in Affstätt die bemerkenswerte Bandbreite ihres stimmlichen Klangfelds. Kraftvolle Stimmen füllten die Kirche, als die Sänger zu drei Stücken von Henry Purcell ansetzten: "Thou knowest, Lord, the secrets of our hearts", "Remember not, Lord, our offences" und "Hear my prayer". Ausdauernd und stimmgewaltig wirkte das Ensemble. Auch das katholische Kirchenmusikwerk "Miserere" von Gregorio Allegri war Teil ihres Programms. Mozart soll dieses anspruchsvolle Stück nach nur einmaligem Hören zu Papier gebracht haben. "Who is me" vom britischen Komponisten Thomas Tomkins ging den Sängern ebenso professionell über die Lippen wie die Motette "Komm, Jesu, komm" aus der Feder von Johann Sebastian Bach.

Ergreifend waren ebenso die virtuosen Darbietungen "Tristis est anima mea" von Johann Kuhnau und die Ode II und III aus "Drei Geistliche Gesänge" von Alfred Schnittke, mit denen sich die Sänger weiter ihren Weg durch die Musikgeschichte der vergangenen Jahrhunderte bahnten, um schließlich im 20. Jahrhundert anzukommen. Das modernste Stück ihres geistlichen Konzertprogramms stammt vom norwegischen Komponisten "Knut Nystedt" und trägt den Titel "Peace I leave with you". Souverän trug die junge Gruppe das Werk vor.

Dass Sebastian Eberhardt die Orgel hervorragend beherrscht, zeigt er seinen Zuhörern in der Affstätter Kirche unter anderem mit "Voluntary" von Henry Purcell, "A Fantasy" von Thomas Tomkins sowie dem heiteren und anregenden Stück "Wachet auf, ruft uns die Stimme" von Johann Sebastian Bach. Besinnlich dagegen wirkte seine Umsetzung des "Choral dorien" von Jehan Alain, das gleichsam sein letztes Stück des Abends war.





Fellbacher Zeitung, 30. November 2006

CantArt bewegt die Herzen

Gelungener Auftritt des Vocalensembles in der Melanchthonkirche

Wer am Totensonntag den Weg in die Melanchthonkirche fand, kam in den Genuß eines gelungenen Konzertes des Vocalemsembles CantArt.

Der Chor CantArt präsentierte eine anspruchsvolle Auswahl geistlicher Werke von Henry Purcell, Gregorio Allegri und Thomas Tomkins über J.S. Bach und Johann Kunau bis Alfred Schnittke und Knut Nystedt. Dem Ensemble gelang ein beeindruckender Spannungsbogen durch die Musikgeschichte.

Gerieten die Interpretationen von Purcells "Anthems" anfangs noch etwas zurückhaltend und zögernd, so fand das Ensemble im "Miserere" von Gregorio Allegri zu anrührender innerer Balance und Harmonie. In dem im Wechsel von zwei Chören vorgetragenen Werk erhob sich die anmutige Stimme von Henriette Autenrieth wie eine zarte Himmelsflöte über den homogenen Klangteppich des zweiten Chores von der Empore. Sinnbildlich im Wechsel zwischen Himmel und Erde lud der so vorgetragene Psalmtext die Zuhörer zur Besinnung ein.

Die ebenfalls doppelchörige Bach-Motette "Komm, Jesu, komm" stellte höchste Ansprüche an die weitgehend solistische Besetzung, dennoch einen homogenen Chorklang zu erzielen. Auch hier gelang den Sängern eine insgesamt facettenreiche, transparente Interpretation des für den Totensonntag zentralen Themas der Todeserwartung.

Der Organist Sebastian Eberhardt baute mit seinem einfühlsamen Vortrag die musikalische Brücke zwischen den Epochen.

Den Bogen zur Musik der russisch-orthodoxen Kirche der Gegenwart schlagend, entwickelte CantArt in den geistlichen Gesängen von Schnittke ein erstaunliches dynamisches Potential. Besonders die Männerstimmen konnten hier beeindrucken. Mit den meditativen, an gregorianische Choräle erinnernden Klängen von Knut Nystedt und den Worten "Peace I leave with you" endete ein bewegender musikalischer Abend.