Von Stefan Friedrich.
Passend zum Volkstrauertag wandelte das jüngste Konzert des Vokal- und Instrumentalensembles CantArt am Samstagabend in der Asperger Michaelskirche auf den Spuren von Tod und Trauer in der klassischen Komposition.
Vor fünf Jahren hat sich das Vokalensemble CantArt in der Michaelskirche gegründet. Am Samstag standen sie wieder vor dem zur Bühne umfunktionierten Altarbereich, um die verschiedenen Facetten im „Umgang mit Trauer, wie man dem Tod be- und entgegnet“ zu beleuchten, so Karl Bihlmaier, neben Mirjam Budday einer der beiden Dirigenten des Abends. Motettische Raritäten von Francis Poulenc und Alfred Schnittke umrahmt von der Motette „Komm, Jesu, komm“ von Johann Sebastian Bach sowie sein berühmtes „Actus tragicus“ hatten die Sänger nebst zwei Instrumentalstücken nach Asperg und einen Tag später auch nach Oberstenfeld mitgebracht.
Herausragende Stimmen
Obwohl das Ensemble noch relativ jung ist, hat es sich doch im Laufe der vergangenen fünf Jahre einen guten Namen gemacht – nicht zuletzt dank seiner herausragenden stimmlichen Qualitäten. Die Sängerinnen und Sänger stammen fast ausschließlich aus den Reihen des renommierten Maulbronner Kammerchors. Auch bei ihrem Auftritt am Samstagabend ließen sie an ihrer gesanglichen und instrumentalen Klasse keinen Zweifel aufkommen. Auf hohem Niveau boten sie den Besuchern des Konzertabends wohlklingende, emotionale und nachhaltige Verarbeitungen des Themas Trauer und Tod dar, eingeleitet durch die Bach-Motette „Komm, Jesu, komm“.
Chor und Sänger unterstrichen dabei von Beginn an ihr Gespür für die Tiefe der Musik. Sie präsentierten sich während des gesamten Konzerts sowohl in technischer als auch in dynamischer Hinsicht in bestechend aufgelegter Form, ließen sich sensibel auf die Zuversicht ein, um dann wieder dem Zittern und Fürchten in Poulencs „Timor et tremor“ nachzugeben.
Das Instrumentalensemble rundete das Programm mit einer viersätzigen Sonate von Arcangelo Corelli und einer Sonate in g-moll des italienischen Komponischen Giovanni Paolo Cima ab. Es war ein einfühlsames Miteinander zwischen Flöte und Basso continuo, das bei den Aspergern bestens ankam. Höhepunkt des Konzerts war die Bach-Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ mit einer reizvollen Instrumentierung. Zwei Flöten, zwei Gamben und Basso Continuo begleiteten die Sänger. Die trostspendende Kernaussage des Stücks: Der Glaube erleichtert das Umgehen mit Trauer und Tod.
Die kraftvolle Aussage „ die göttliche Kraft macht uns sieghaft durch Jesum Christum“ war ein inniges Ende für ein anspruchsvolles und fesselndes Konzert, das von den Besuchern mit reichlich Beifall belohnt wurde.