Von Desiree Krebs.
Einen Gottesdienst der besonderen Art sahen und hörten gestern in der Winterkirche des Klosters Maulbronn rund 300 Besucher. Das Vokal- und Instrumentalensemble CantArt hatte zu einem Kantatenkonzert eingeladen.
Unter dem Titel "Musik zur Sterbestunde" trugen die acht Sängerinnen und Sänger sowie Kirchenmusikdirektorin Erika Budday Stücke aus Renaissance und Barock vor. Mit dem Lied "Die Worte der Einsetzung des heiligen Abendmahls" stimmten sie die Zuhörer, die sich mangels Stühlen stehend an den Wänden aufreihten, auf eine schwere Stunde der christlichen Trauer ein. Auch das lateinische Karfreitags-Responsorium "Tristis est anima mea", zu Deutsch: traurig ist meine Geist von Johann Kuhnau förderte - dem Feiertag entsprechend - einen schweren, nachdenklichen Ton in der Winterkirche zutage. Letzteres zählt dabei neben klassischen Liedern wie "Die Worte der Einsetzung des heiligen Abendmahls" von Heinrich Schütz zu den eher seltener aufgeführten Werken. Dazu steuerte Erika Budday das Choralvorspiel von Dietrich Buxtehuede bei. Bis zur Kreuzigung zeicheten die acht Sängerinnen und Sänger den Weg Jesu gekonnt nach und ließen ein nachdenkliches Publikum zurück. Nicht nur stimmlich, sondern auch in der Auswahl der Lieder überzeugten die acht Jungmusiker auf der ganzen Linie.
Erika Budday, Organistin des Klosters Maulbronn, komplettierte den gelungenen Karfreitagsgottesdienst mit Werken von Samuel Scheidt sowie Ernst-Karl Rößlers "Christe, Du Lamm Gottes". Der Karfreitagsgottesdienst in der Maulbronner Winterkirche war für die meisten Mitglieder des Ensembles freilich nicht der erste Besuch des Klosters Maulbronn, hatten viele Sängerinnen und Sänger der jungen Formation vor nicht allzu langer Zeit das evangelische Seminar der Klosterstadt oder kirchliche Schulinternat in Blaubeuren als schüler besucht.
Von Ralph Küppers.
Es ist eine schöne Tradition, dass in der Maulbronner Winterkirche jedes Jahr an Karfreitag ein Passionskonzert zur Sterbestunde Jesu veranstaltet wird. Ebenso üblich ist, dass die Kirche zu diesem Zeitpunkt so voll ist, dass gar nicht alle potentiellen Zuhörer Platz finden. Die 180 Sitzplätze waren schnell belegt, etwa 50 weitere Gäste drängten sich in den Gängen und vor den Ausganstüren. An der Orgel spielte Erika Budday. Im Mittelpunkt stand allerdings gestern die Musik des Vokalensembles "CantArt". Dieses musizierte auf hohem Niveau und hat sich in Maulbronn bereits einen Kreis treuer Zuhörer erschlossen. Geistliche Lieder wie "O Haupt voll Blut uns Wunden" wurden vom Ensemble und der Gemeinde abwechselnd gesungen.