Homepage CantArt

Skip navigation

Presse 2009

Mühlacker Tagblatt, 08. September 2009

Von Advent bis Totensonntag

Vokalensemble CantArt führt musikalisch durch das Kirchenjahr

Von Rainer Appich.

Völlig in die Klänge vertieft haben sich die rund 140 Besucher, die das Konzert von CantArt in der Johanneskirche erlebten. Das junge Vokalensemble setzte mit seinem Auftritt in Zaisersweiher einen musikalischen Glanzpunkt. Das Konzert war der krönende Abschluss seiner Herbsttournee unter der Überschrift "Durch das Kirchenjahr".

Mit Werken alter Meister aus der Renaissance und aus dem Barock und mit Musik moderner Komponisten besang der 13-köpfige Chor die kirchlichen Festtage zwischen Advent und Totensonntag. Zu jedem musikalischen Feierstagsblock erklang die Orgel, gespielt vom virtuosen Organisten Sebastian Eberhardt. Gleich zu Beginn stellten die Sängerinnen und Sänger, in der Mehrzahl ehemalige Seminaristen aus Maulbronn sowie Blaubeuren und Mitglieder des Kammerchors, ihre stimmliche Präsenz unter Beweis. Mächtig klang der Lobgesang "I will praise Thee, o Lord", eine Motette des Norwegers Knut Nystedt durch die Johaneskirche.

Mit "Frohlocket ihr Völker auf Erden" von Felix Mendelssohn-Bartholdy besang das Ensemble die frohe Botschaft von der Geburt Christi. Ein besinnlicher Hauch weihnachtlicher Stimmung zog beim Lied "Bogoroditse djevo" des estnischen Musikschaffenden Arvo Pärt durch den Raum.

So mancher Zuhörer nahm die sanften Klänge im grandios vorgetragenen Pianissimo mit geschlossenen Aufen in sich auf. Es herrschte atemlose Stille, noch lange nachdem der letzte, zarte Hauch verklungen war. "Eli, Eli" (Mein Gott, mein Gott), die Worte, die Jesus am Kreuz rief , hatte der 1991 verstorbene Komponist György Bardos in eine spannungsgeladene, an Dissonanzen reiche Musik verwandelt. Die schwierigen Tonfolgen des Stücks trug CantArt kraftvoll und mit absoluter Präzision vor. Die Spannung der ergreifenden Komposition übertrug sich unwillkürlich auf den Konzertbesucher.

Mit Liedern zu den Ostertagen, zu Jubilate und Pfingsten setzten das Ensemble und der Organist die Kalenderreise durchs Kirchenjahr fort. Zum Ende des Konzerts erklangen Werke von Johann Sebastian Bach, in Erinnerung an den Totensonntag.





Marbacher Zeitung, 11. April 2009

Ergreifende Musik zur Sterbestunde

Vokal-Ensemble CantArt zu Gast in der Oberstenfelder Stiftskirche

Von Helmut Schwarz.

Mit der Musik zur Sterbestunde Jesu hat das Vokal-Ensemble CantArt am Karfreitag den Besuchern in der Stiftskirche in Oberstenfeld eine wahre kirchenmusikalische Sternstunde beschert. Und Thomas Meyer hat dazu auf der Orgel gespielt.

Der Bitte, die Musik zur Sterbestunde in Stille ausklingen zu lassen, wurde gern entsprochen - und doch mochte man diese Auflage bedauern, denn allzu gern hätte man für die großartige musikalische Leistung mit überschäumendem Applaus gedankt. So aber zogen die Besucher im Stillen aus der Kirche mit der zum Abschluss mitgegebenen Botschaft: "Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben." Der 1612 geborene Komponist Andreas Hammerschmidt hat die Worte vertont, die acht Sängerinnen und Sänger haben mit diesem Werk den Schlusspunkt zu einem kontemplativen musikalischen Streifzug durch mehrere Jahrhunderte gesetzt. "Trauer", "Kreuzigung", "Verzweiflung" und "Hoffnung" war die vierteilige Musik zur Sterbestunde mit jeweils einem Orgelstück und mehreren Chorvorträgen überschrieben, ergänzt durch die vom Pfarrer vorgetragene Kreuzigungsgeschichte nach Matthäus und ein Gebet, in dem auch die ökumenische Bitte um Zusammenführung der Kirche anklang.

"Mein Orgelspiel wurde zum Gesang der Tränen" heißt es in dem Werk "Versa est in luctum" von Alonso Lobo, dem das erste Klagelied des Propheten Jeremias in der Vertonung von Thomas Tallis folgte mit der Bitte "Jerusalem, bekenn dich zum Herrn, deinem Gott". Mit der Canzone über "Christe, du Lamm Gottes" ließ Thomas Meyer den Teil "Hoffnung" ausklingen. "Tristis es anima mea" (meine Seele ist betrübt bis an den Tod) von Johann Kuhnau und "Crucifixus" (er wurde gekreuzigt) stimmte das Vokalensemble an, ehe die Worte Jesu "Eli, Eli" (Mein Gott) von György Bardos (1905-1991) in höchst eindringlicher Weise die "Kreuzigung" markierten, bevor Thomas Meyer mit Choralvorspiel und Fuge über "O Traurigkeit, o Herzeleid" von Johannes Brahms den zweiten Teil abschloss.

"Verzweiflung" kam in den Chorwerken "Miserere mei" von Adolph Hasse und den Motetten "An den Wassern zu Babel" von Heinrich Schütz sowie "Zion spricht: Der Herr hat mich verlassen" von Andreas Hammerschmidt zum Ausdruck. Mit "O Lamm Gottes unschuldig" von Johann Sebastian Bach leitete der Organist den vierten Teil "Hoffnung" ein, den das Chorensemble mit zwei Motetten ergänzte.

CantArt ist ein junges Ensemble auf höchstem künstlerischem Niveau, das seine musikalische Heimat im Maulbronner Kammerchor hat. Die Freude am gemeinsamen Musizieren ist den bestens ausgebildeten Choristen, die in unterschiedlichen, meist solistischen Besetzungen musizieren, in jeder Phase anzumerken. Auch mit dem gestrigen Auftritt in der Stiftskirche hat das Ensemble seine Programmkonzeption unterstrichen, selten gehörte Werke alter und neuer Meister aufzuführen. Das Orgelspiel von Thomas Meyer ist geprägt von Transparenz und Klangfarbigkeit - das hat er einmal mehr unter Beweis gestellt.





Schwarzwälder Bote, 14. April 2009

Ausgewählte Werke ergreifen Zuhörer

"CantArt" erweist sich als dynamisches Vokalensemble mit herausragender Technik / Schweigender Abschluss

Von Bettina Bausch.

Mit einer überzeugenden Leistung präsentierte die Maulbronner Sängergruppe "CantArt" am Ostersamstag erstklassige, außergewöhnliche Vokalmusik in der Ostelsheimer Kirche.

Dabei gelang es der jungen Sängerformation durch geschickte Auswahl der Werke, Passionsmusik aus verschiedenen Jahrhunderten einfühlsam und authentisch zu präsentieren.

Das Repertoire spannte einen weiten Bogen von Heinrich Schütz, Johann Kuhnau über Johann Herrmann Schein und Henry Purcell zu Werken von Andreas Hammerschmidt. Das niveauvolle, junge Vokalensemble bestand aus jeweils vier jungen Sängern des Maulbronner Kammerchores. Die talentierten Chormitglieder waren in den einzelnen Stimmen hervorragend aufeinander eingestellt, so dass homogene und mal harmonische, dann wieder von Dissonanzen geprägte herbere Musik erklang.

Sehr beeindruckend für die Zuhörer war die offensichtlich gelungene emotionale und nachhaltige Einstellung der jungen Akteure auf das Passionsthema "Musik zum Tode Jesu". Dadurch konnte die Tiefe der Musik überzeugend herausgestellt werden und verfehlte ihre Wirkung bei den ergriffenen Besuchern nicht. Sowohl technisch als auch in der dynamisch sehr variationsreichen Gestaltung der Vokalmusik konnte der Chor überzeugen. Da war das Zittern und das Fürchten vor dem Karfreitagsgeschehen immer wieder genauso präsent wie eine sensible und Freude andeutende Zuversicht im Hinblick auf Ostern. Die Orgeldarbietungen von Sebastian Eberhardt sorgten für eine wohltuende Atmosphäre und wurden mit großer Klangfarbigkeit einfühlsam interpretiert.

Ein krönender Höhepunkt war die Idee, die Musik zum Tode Jesu schweigend und ohne Beifall ausklingen zu lassen. So zogen die Besucher im Stillen aus der Kirche mit der zum Abschluss gesungenen Botschaft "Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."

Der schweigende Abschluss erzeugte eine starke Wirkung und war gleichzeitig der innere Abschluss eines ebenso anspruchsvollen wie fesselnden Konzerts, das bei den zahlreichen Besuchern noch einmal Karfreitagsstimmung aufkommen ließ, jedoch auch die Tür zur Osterfreude öffnete.